Fachhändler und Tunnelblick

Terrazeit: 18.07.2026

Wir haben vor drei Jahren Fahrräder gekauft, wir hatten viele Jahre keine gehabt und freuten uns drauf. Der Kauf war für mich zu spontan. Eigentlich dachte ich, wir fahren ein paar Fahrradhändler ab und schauen, was uns gefällt und passt. Schon beim ersten Händler fiel eine Entscheidung, die im Nachhinein für mich selber nicht so passend war.
Der Verkäufer an sich ging gar nicht auf meine Wünsche ein. Er wollte mir unbedingt ein Mountainbike „andrehen“. Immerhin konnte ich das abwenden. Zur Auswahl stand für mich dann ein E-Bike der Marke X oder ein E-Bike der Marke Y. Genötigt und Notgedrungen entschied ich mich für die Marke X. Viel lieber hätte ich übrigens ein Rad mit 20″ Reifen gehabt. So wurde es dann ein normal großes Rad.
Mein Ansinnen mit den 20″ Reifen wurde mit dem Argument: „Da kann man keinen Hundeanhänger dranhängen, das schafft der Antrieb nicht!“ weggebügelt. Im Nachhinein bin ich immer noch sauer auf diesen Fachhändler und auch ein bisschen auf mich. Er hätte auf meine Kundenwünsche eingehen müssen und ich hätte mich nicht überreden lassen dürfen.
Das Fahrrad der Marke X war sauschwer, über 30kg. Für mich, ich bin gerade mal 25kg schwerer, war das Handling daher nicht einfach. Der Akku war im Rahmen eingebaut und daher war der Rahmen vorne auch sehr dick. Wie doof das ist, kann mein linkes Knie schmerzhaft bestätigen. Es machte nämlich gleich zwei Mal harten Kontakt mit dem zu dicken Rahmen. Reichweite und der Komfort der Automatikschaltung, gar keinen Zweifel, waren super. Aber es war halt einfach auch nicht meine Größe und erst Recht nicht, dass was ich eigentlich wollte.
Im letzten Urlaub zerbrach die Scheibe des Displays. Wir sind daher mit dem Auto zu einem verifizierten Fachhändler gefahren, weil wir naiverweise dachten, dass man das Display vielleicht sogar selber wechseln können. Beim Händler dann die Ernüchterung, das Display ist teuer und kann nur von Fachleuten ausgetauscht und die Software draufgespielt werden.
Ich: „Ich will das Fahrrad eh nicht mehr. Ich wollte sowieso eines mit 20″ Rädern.“
Er: „20“ Räder sind nur Klappräder.“ An dieser Stelle liebe Fachhändler, informiert euch hin und wieder auch mal außerhalb Eurer Marke, dann würdet ihr nicht so einen Unsinn reden.
Ich: „Stimmt nicht…. “ bin aber diskussionslos gegangen, weil ich ohnehin schon sehr wütend war. Mittlerweile weiß ich ja, wie lang meine Zündschnur ist und warum sie da ist.
Nach alledem wird das Fahrrad jetzt verkauft. Ich war auf meinem Wunschrad Probefahren. Es ist vom Antrieb genauso komfortabel wie mein altes Rad. E-Bike, Automatik, Zahnriemen statt Kette. Auch der Akku hat die gleiche Größe und damit hat mein Wunschrad auch die gleiche Zugkraft, die ohnehin nicht groß sein muss, denn im Anhänger werden ja nur unsere zwei Prager Rattler Damen befördert, die zusammen um die 5kg auf die Waage bringen.
Kann man am neuen Rad keinen Hänger anhängen, wegen der Bauart oder so, auch nicht wild. Ich möchte es sowieso mit der Ausstattung Gepäckträger vorne und hinten haben und da kann man passend vom Hersteller einen Hundekorb darauf installieren.
Genauso, wie ich es ursprünglich haben wollte.
Naja, für das Wunschrad müssen wir noch etwas sparen, aber dann habe ich ja auch etwas länger Vorfreude :)

Beim Bild hat mir ChatGPT geholfen, ich wollte nicht echte Fotos nehmen, da die Marke der Räder keine Rolle spielen.

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Campervan – nix für uns

Terrazeit: 17.07.2026

Nachdem ich hier schon von unserer Reise berichtet habe, schreibe ich nun auch noch auf, warum ein Campervan als auch ein Wohnmobil doch nicht die Campingunterkunft unserer Wahl werden wird.
Gezeltet, das soll nicht unerwähnt bleiben, habe ich als Kind mit den Eltern und Großeltern und später bei den Pfadfindern und JRK.
Als ich meinen Mann kennenlernte, stellte sich heraus, dass er ebenfalls Pfadfinder war und daher auch das Zelten kannte. Zusammen lebten wir eine Weile das Hobby LARP aus, ebenfalls mit Zelt. Anfänglich mit einer Pfadfinder-Kohte und später sogar mit einer Pfadfinder-Jurte. Das sind Schwarzzelte, üblich bei den Pfadfindern in Deutschland.
Später machten wir Fernreisen mit dem Flugzeug und Roadtrips mit Hotel-Hopping, aber dieses Jahr wollten wir wissen ob allgemeines Camping etwas für uns ist. Wir entschieden uns dazu, einen Campervan zu mieten, auch weil unser Auto keine Anhängerkupplung hat.
Seit sechs Jahren fahren wir nun elektrisch und dann war da plötzlich dieser Diesel. Es fühlte sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. Das Fahrzeug war sehr rudimentär in der Handhabung. Das modernste an dem Fahrzeug (das nicht mal ein Jahr alt war) war das Automatikgetriebe und immerhin Klimaanlage im Fahrbetrieb und damit sind wir schon beim Thema. Steht der Campervan, heizt er sich unerträglich auf. Am zweiten Abend auf der Reise so gegen 18:00 hatte er immer noch 42°C im Fahrzeug und er wurde nicht kühler als 30°C.
Das Platzangebot mag für zwei Leute ausreichen, wenn sonst keine weiteren Lebewesen mitreisen. Wir hatten aber unsere Hunde dabei und deren Box beanspruchte fast die gesamte Bank am Tisch. Die sanitäre Einrichtung bestand aus einer Toilette mit Tank, einem winzigen Waschbecken, welches fürs Zähneputzen völlig ungeeignet war und einer Schwenkdusche, letzteres haben wir nie genutzt. Abgetrennt wurde diese sanitäre Einrichtung mittels einer Lamellen-Schiebetüre, die vor allem durch Hakeln glänzte und sich gerne auch mal weigerte sich schließen oder öffnen zu lassen.
Wir hatten die lange Version gemietet, damit wir Längsbetten hatten, beim Probeliegen stellten wir fest, dass Querbetten für meinen Mann zu kurz sind.
Und trotz dass wir so gesehen das größere Fahrzeug hatten, waren wir doch recht rasch genervt von diesem sehr beengten Raum. Es ist nett, dass man immer seine Toilette dabei hat, aber trotz aller Mobilität ist man am Urlaubsort dann doch sehr immobil. Wir hatten zwar unsere Velos dabei, doch wenn das Wetter nicht mit macht, ist man auf diesem sehr beengten Raum wie gefangen. Auch das ständige Hin- und Herräumen ist kein Vergnügen.
Da das Wetter recht stürmisch war, mussten wir uns auf die Schnelle ein kleines Aufenthaltszelt mit Airbeams dazu kaufen, um überhaupt Platz zu haben. Die angebaute Markise war jedenfalls fast nie in Gebrauch, es war immer zu windig.

Unser Fazit: Wenn Camping, dann mit Wohnwagen und zwar mit Klimaanlage. Den kann man schön abstellen, mit einem Vorzelt erweitern und man hat sein Auto dabei, wenn die Ausflüge am Urlaubsort etwas größer sein sollen oder das Wetter fürs Velofahren ungeeignet ist.

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Jacke wie Hose und Helm

Terrazeit: 14.07.2026

Nach dem Probesitzen, kam heute dann das Shopping. Ich bin ja nicht so die Shopperin, aber mit dem besten Mann an meiner Seite wurde es kürzer als befürchtet. Er weiß halt meine Größen und was ich mag und was ich nicht mag.

Jacke und Hose von John Doe, Handschuhe von Held Fashion Biker, Schuhe von Dainese.
Mütze von Scorpion, naja steht ja auch drauf :D
Mein Countdown sagt noch 261 Tage bis Indian :D

Für diese schicke Jacke ist es zur Zeit leider etwas zu warm.

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Heimlichkeiten in einer Ehe 🫣

Terrazeit: 16.06.2026

Gestern morgen klingelte es an der Tür. Der Zusteller hatte ein Päckchen für meinen Mann gebracht, der war aber gerade nicht da. Kein Ding, ich habe es angenommen und ihm auf den Schreibtisch gelegt.
Für mich gehört sich das so.
Als mein Mann nach Hause kam, verschwand er in sein Büro, denn eigentlich hatte er eh Homeoffice. Ich hörte, wie er das Päckchen öffnete und dann kam er mit diesem Karton aus dem Büro.
Ich: „Oh, Du hast dir endlich ein neues Handy gekauft, wurde ja auch Zeit.“
Er: „Neee, ist für dich. Ist deine Farbe. Bitte schön.“
Da hatte er mir doch tatsächlich heimlich dieses Smartphone bestellt, über das ich gar nicht mehr nachgedacht hatte, weil andere Dinge nun mal wichtiger sind und waren.
Hach…🥰

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Indian – My first love

Terrazeit: 14.06.2026

Vor 32 Jahren, also 1994, hatte ich meinen Motorradführerschein gemacht. Vorangegangen bin ich damals fast fünf Jahre als Sozia mitgefahren. Mein damaliger Freund war nicht angetan. „Wenn du den Motorradführerschein machst, verlasse ich dich.“ Tja, ich habe ihn gemacht, unsere Wege trennten sich und führten mich über Umwege dann schlussendlich zurück zu meiner ersten Motorradliebe. Die Indian. Ich sah sie das erste Mal auf einem großen Motorradtreffen. Dort gab es ein paar Verkaufszelte und Würstchenbuden, jede Menge Motorräder zu sehen und da stand eine Indian und ich war schockverliebt. Was für eine das war, keine Ahnung, das Treffen fand irgendwann Ende der 19810er oder Anfang der 1990er statt. Smartphones gab es noch nicht, und wenn man Fotos machte, dann musste man noch einen Film in den Fotoapparat einlegen. Ich hatte keinen Fotoapparat dabei, das einzige Erinnerungsstück, das ich von dieser Veranstaltung noch habe ist ein Gürtel, auf dem Easy Rider drauf steht und einer Harley Davidson Gürtelschnalle.
Und jetzt, 32 Jahre später und ich bin nach dem Bestehen der Führerscheinprüfung nie wieder selber gefahren, wird es eine Indian geben. Also genau genommen 33 Jahre später, denn die Indian zieht erst 2027 in unsere Garage ein.
Im Kopf hatte ich schon länger daran gedacht, wieder auf ein Motorrad zu steigen. Aber sehen wir es mal so, in der Regel sind die Maschinen zu hoch oder zu schwer oder halt beides. Motorroller (ich hatte auch Ausschau nach was elektrischem gehalten), falls irgendwer meint die seien doch klein. Äh äh, die sind sogar noch höher und ein sicherer Stand ist mir absolut wichtig. Die Fahrschulmaschine, die ich hatte war eine Kawasaki Zephyr 550 und die war mir deutlich zu hoch. Auf Zehenspitzen über 200kg zu balancieren, wenn man selber gerade mal so 46kg auf die Waage bringt ist nicht lustig. Ich habe aber trotzdem meine Prüfung bestanden.
Back to jetzt.
Eigentlich hatte ich, inspiriert durch die Nachbarin, die eine Harley Davidson Sportster fährt, an die Harley Davidson Nightster gedacht. Aber immer auch Indian im Hinterkopf.
Wir sind gestern dann zum Harley Händler gefahren, um auf der Nightster zur Probe sitzen. Sie war etwas zu hoch, wollte ich sicher mit den Füßen auf den Bode kommen, hätte ich Krümmerkontakt, wäre also eine heiße Angelegenheit geworden bzw. wäre zum eigentlichen Kauf der Maschine noch ein paar Änderungen oben drauf gekommen.
Auf dem Weg nach Hause haben wir noch spontan einen Schlenker zum Indian Händler gemacht. Da stand sie da. Indian Scout Sixty Bobber, gerade mal 65 cm Sitzhöhe und nur ca. 25kg schwerer als die Nightster.
Perfekt für mich!
Ich habe mich drauf gesetzt, beide Füße sicher am Boden, kein doofes wackeliges Gefühl, obwohl sie 243kg wiegt und ich 53kg (Stand jetzt). Ein echtes Glücksgefühl.
Und jetzt weiß ich gar nicht, wie ich bis zur nächsten Saison schlafen soll, so voller Vorfreude.

Wird vermutlich eine andere Farbe haben, aber so wird sie ungefähr aussehen, allerdings mit einem anderen Lenker dran.
Auf dem Bild sieht man es. Perfekt für meine Beine und auch bequem, aber die Arme sind zu kurz. Daher kommt ein anderer Lenker dann dran.
Juhuuu, meine Beine sind lang genug für den absolut sicheren Stand. Ich hatte kein Problem kein ängstliches Gewackel, als ich sie aus dem Seitenständer-Stand aufgerichtet hatte.
Ach gucke mal da, da ist ja der erwähnte Gürtel, samt Harley Gürtelschnalle. Da brauche ich wohl noch eine Indian-Gürtelschnalle :D

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